18.03.2016 / komba gewerkschaft

Equal Pay Day 2016

Elke Stirken (links) und Mareike Klostermann (Foto: komba gewerkschaft)
Elke Stirken (links) und Mareike Klostermann (Foto: komba gewerkschaft)

komba gewerkschaft: Auch im öffentlichen Dienst gibt es immer noch Unterschiede

Das Schwerpunktthema des diesjährigen Equal Pay Day betrifft auch uns Frauen im öffentlichen Dienst  - und zwar in einer nicht unerheblichen Weise“, so Mareike Klostermann, stellvertretende Bundesvorsitzende der komba gewerkschaft, und Elke Stirken, Vorsitzende des Ausschusses für Frauen und Gleichstellungsfragen der komba gewerkschaft. Es gibt im öffentlichen Dienst insgesamt einen Verdienstunterschied von rund 8 Prozent zwischen Frauen und Männern. Das liegt auch an den unterschiedlichen Lebenseinkommenssituationen. Denn es sind immer noch vermehrt die Frauen, die Unterbrechungen im Erwerbsleben oder nur eine Teilzeitstelle durch Familiengründung oder die Pflege von Angehörigen in Kauf nehmen.

Die Zeit ist günstig, jetzt die Frage nach der Wertigkeit der eigenen Arbeit zu stellen, denn die Einkommensrunde für Bund und Kommune beginnt am Montag (21. März) in Potsdam mit ihrer ersten Verhandlungsrunde. Im Sozial-und Erziehungsdienst haben komba und dbb gezeigt, dass es durchaus möglich ist, Forderung nach mehr Wertschätzung durchzusetzen. „Es ist aber notwendig, nicht nur die Löhne zu erhöhen, sondern endlich auch eine kommunale Entgeltordnung auf den Weg zu bringen. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass Care Arbeit den gleichen Stellenwert erhält wie zum Beispiel Arbeit in der Produktion“, so Mareike Klostermann. „Genauso muss sich die gesellschaftliche Wertschätzung und Unverzichtbarkeit frauentypischer Dienstleistungsberufe muss auch monetär zeigen.“

Auch andere Strukturen des öffentlichen Dienstes, die immer wieder zu Entgeltungleichheit führen, müssten auf den Prüfstand. „Dazu gehört auch die dienstliche Beurteilung, die immer noch zu oft diskriminierend ist. Genauso werden häufig Präsenzzeiten höher bewertet als erledigte Arbeiten. Dies führt erheblich zu Benachteiligungen für Teilzeitbeschäftigte und damit zu Hemmnissen, die Karriereleiter weiter hinauf klettern zu können. Daher dürfen wir nicht müde werden, uns für eine diskriminierungsfreie Arbeitswelt mit fairer, gleicher Bezahlung einzusetzen“, so Elke Stirken.