18.11.2019 / dbb beamtenbund und tarifunion/komba gewerkschaft

Kranken- und Altenpflege: Arbeitsbedingungen müssen sich verbessern

Volker Geyer, Andreas Westerfellhaus und Sandra van Heemskerk (v.l.n.r.). © dbb
Volker Geyer, Andreas Westerfellhaus und Sandra van Heemskerk (v.l.n.r.). © dbb

Die von Bundesgesundheitsminister Spahn vorgesehenen verbindlichen Regeln für die Personalbesetzung von Pflegeheimen und Krankenhäusern waren Schwerpunkt eines dbb-Gesprächs mit dem Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus.

„Die Einführung eines einheitlichen Personalbemessungsinstruments ist eine Sache, die andere ist das dafür erforderliche und entsprechend ausgebildete Personal zur Verfügung zu haben“, machte Volker Geyer, Fachvorstand Tarif und 2. Vorsitzender des dbb beamtenbund und tarifunion am 14. November 2019 in Berlin deutlich. Seitens der komba gewerkschaft nahm Sandra van Heemskerk (stellvertretende Bundesvorsitzende) am Dialog mit dem Pflegebevollmächtigten teil.

Einigkeit bestand darin, dass ein Umdenken bei den Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern und den einzelnen Stationen erfolgen muss, um dieses Ziel zu erreichen. Hierfür ist es unter anderem erforderlich, dass die jeweiligen Dienstpläne einen sinnvollen Qualifikationsmix vorsehen, der verhindert, dass beispielsweise dreijährig ausgebildete Fachkräfte mit Assistenztätigkeiten blockiert werden. Um dies zu gewährleisten, ist eine eindeutige Definition von Vorbehaltstätigkeiten erforderlich.

Anlass zur Besorgnis biete auch der vermehrte Einsatz von Leiharbeitskräften in der Pflege. Hier sieht der dbb vor allem die Gefahr, dass der Druck auf die tariflich Beschäftigten aufgrund der festen Arbeitszeiten weiter steigt. „Der ursprüngliche Gedanke, Leiharbeitende nur in Fällen von Belastungsspitzen einzusetzen, ist mittlerweile leider in den Hintergrund getreten, so dass Leiharbeit heutzutage eher die Regel als die Ausnahme ist“, so Geyer.

„Besondere Herausforderungen werden im Bereich der Altenpflege auf uns zukommen, denn auf Sicht von zwei Jahren werden die ersten generalistisch ausgebildeten Pflegekräfte vor der Entscheidung stehen, ob sie in der Alten- oder der Krankenpflege arbeiten möchten. Bereits jetzt ist das Verhältnis von Kranken- und Altenpflege sowohl hinsichtlich der Bezahlung als auch der Arbeitsbedingungen nicht mehr im Gleichgewicht. Deshalb sind wir als dbb gefordert, die Beschäftigten in der Altenpflege noch stärker in den Fokus zu rücken.“

Erfreut zeigte sich dbb Vize Geyer, dass der Pflegebevollmächtigte auch die Forderung des dbb nach einer steuerfinanzierten Entgeltersatzleistung für pflegende Angehörige unterstützt, wie sie bereits bei der Kindererziehung praktiziert wird.