06.01.2016 / komba gewerkschaft

Viele Befristungen im öffentlichen Dienst

Bild: S. Hofschläger / pixelio.de
Bild: S. Hofschläger / pixelio.de

Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) liegt die Zahl befristeter Arbeitsverhältnisse im öffentlichen Dienst bei mehr als 15 Prozent. Besonders jüngere Beschäftigte sind betroffen. Die komba gewerkschaft wird die Befristungspraxis gemeinsam mit dem dbb in der Einkommensrunde 2016 thematisieren.

Das IAB ermittelte, dass mehr als 15 Prozent der Stellen im öffentlichen Dienst (inklusive der Beschäftigten in der Wissenschaft) befristet sind. Auf die einzelnen Ebenen heruntergebrochen liegt die Quote im Arbeitnehmerbereich bei 8,2 Prozent in den Kommunen, 12,3 Prozent in den Ländern und 11,3 Prozent beim Bund. Vor allem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter 35 Jahren werden laut Studie immer häufiger befristet eingestellt. Meist dienen diese temporären Arbeitsverhältnisse als Notlösung für fehlende Stellen im Haushaltsplan.

Bereits heute ist es schwierig, gutes und motiviertes Personal zu finden. Angesichts der aktuellen und künftigen Herausforderungen von Aufnahme und Integration der Flüchtlinge  sind engagierte Beschäftigte besonders gefordert. Damit der öffentliche Dienst  als Arbeitgeber konkurrenzfähig gegenüber der Privatwirtschaft bleibt, bedarf es  einer gerechten Entlohnung und echter Jobperspektiven statt Unsicherheit durch Befristung. Die komba gewerkschaft wird in der Einkommensrunde 2016 wieder dafür kämpfen, den öffentlichen Dienst attraktiver zu gestalten. Dazu will sie gemeinsam mit der Dachorganisation dbb beamtenbund und tarifunion das Ende der Befristungspraxis, die unbefristete Übernahme der Auszubildenden, deutliche Einkommenssteigerungen und eine nachhaltige Personalpolitik in die anstehende Tarifrunde tragen.

Die IAB-Studie „Befristete Beschäftigung im öffentlichen Dienst. Entwicklung, Motive und rechtliche Umsetzung“ wurde 2014 im Zuge der Einkommensrunde für Beschäftigte von Bund und Kommunen gemeinsam von Gewerkschaften und Arbeitgebern in Auftrag gegeben und jetzt veröffentlicht.

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