20.03.2016 / komba gewerkschaft

Weltwassertag: Branche im Zeichen des demografischen Wandels

Foto: © ronymichaus / pixabay.com
Foto: © ronymichaus / pixabay.com

Der Weltwassertag am 22. März unterstreicht den Wert des Wassers als Lebensgrundlage. In diesem Jahr steht er unter dem Motto `Wasser und Arbeitsplätze´. Für die komba gewerkschaft ein Anlass, um die Bedeutung der Wasserwirtschaft und ihrer Beschäftigten in den Mittelpunkt zu rücken.

Die Wasserbranche ist vielfältig. Sie kümmert sich beispielsweise um den Hochwasserschutz, beseitigt Abwässer und stellt Trinkwasser zur Verfügung. Damit leistet sie einen wesentlichen und unverzichtbaren Beitrag zur  Daseinsvorsorge. Der demografische Wandel verändert die kommunale Wasserwirtschaft jedoch und macht den Bedarf an Nachwuchskräften in diesem vielseitigen Arbeitsfeld deutlich.

Hohes Altersniveau in der Wasserwirtschaft
Einer Studie der Verbände im Wasser- und Energiesektor aus dem Jahr 2015 zufolge scheidet in den kommenden zehn Jahren ein Drittel der Beschäftigten altersbedingt aus. Schon jetzt ist das Altersniveau in der Wasserver- und Abwasserentsorgung besonders hoch. In der Wasserversorgung sind mehr als 40 Prozent der Beschäftigten älter als 50 Jahre, im Abwasserbereich sind es knapp 40 Prozent. Die damit verbundenen Herausforderungen für die Branche hat die komba gewerkschaft frühzeitig erkannt. 2012 schlossen die Gewerkschaften und der kommunale Arbeitgeberverband in Nordrhein-Westfalen beispielsweise einen Tarifvertrag Arbeit und Demografie (TV-ADWW/NW). Dieser soll helfen, dem demografischen Wandel entgegen zu treten und lebt entscheidend von den vor Ort geschlossenen Dienstvereinbarungen.

Handlungsbedarf bei der Personalentwicklung
Udo Stadler, Vorsitzender des komba-Fachbereichs Ver- und Entsorgung nrw und Beschäftigter im Wasserverband Eifel-Rur, sieht Potenzial in der Branche auch und gerade für die Jüngeren: „Die Zahlen belegen den Nachwuchsbedarf und die Wasserwirtschaft hat einiges zu bieten. Gute Chancen sehe ich beispielsweise bei Berufen in Richtung Wasserbau, Siedlungswasserwirtschaft und technischen Sparten. Ein hohes Maß an Fachwissen ist bei uns nötig, um gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen zu begegnen.“ Im Umkehrschluss bieten bereits zahlreiche Unternehmen flexible Arbeitszeitmodelle und die Einrichtung von Arbeitszeitkonten sowie eine entsprechende Gesundheitsförderung. Die Förderung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes ist ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Personalpolitik und verdient eine besondere Unterstützung durch Arbeitgeber und Personalrat. Darüber hinaus ist der frühzeitige Wissenstransfer der älteren Beschäftigten aufgrund ihrer Fachkompetenz für die Branche unerlässlich.

Der Wandel als wasserwirtschaftliche Herausforderung
Nicht nur hinsichtlich des Personals ist die Branche unmittelbar vom demografischen Wandel betroffen. Er verändert beispielsweise auch die Abwassermengen und den Trinkwasserverbrauch.  Die Wasserwirtschaft muss bei Kläranlagen, Wasserwerken, Leitungen und Kanälen entsprechend nachrüsten. „Schon jetzt fließt besonders im ländlichen Bereich weniger Wasser durch die Leitungen und spült sie nicht mehr richtig durch. Qualitätskontrollen werden häufiger und die sind meist mit aufwendigen Reparaturen und technischen Wartungen verbunden“, berichtet Stadler.

Auch in der komba spielt die Wasserwirtschaft und damit verbundene Fragen eine wichtige Rolle. Engagierte Kolleginnen und Kollegen bringen ihr vielfältiges Wissen aus der Praxis in den komba-Fachbereich Ver- und Entsorgung ein. Sie kennen die individuellen Herausforderungen in ihrem Beruf und erarbeiten Forderungen, Lösungsvorschläge und Hilfestellungen.

Der Weltwassertag ist ein von den Vereinten Nationen ins Leben gerufener Gedenktag, der jährlich am 22. März begangen wird. Er steht jedes Jahr unter einem anderen Themenschwerpunkt.

Info des Fachbereichs Ver- und Entsorgung der komba gewerkschaft "Weltwassertag: Branche im Zeichen des demografischen Wandels" als pdf-Download