Mit seinen dbb europathemen informiert der dbb beamtenbund und tarifunion regelmäßig über wichtige Entwicklungen auf europäischer Ebene. Damit werden die verbandspolitischen Interessen des dbb und seiner Mitgliedsgewerkschaften in Europa dargestellt. Zudem wird über die Arbeiten der europäischen Dachorganisation, der Europäischen Union der Unabhängigen Gewerkschaften (CESI) berichtet. Der Informationsdienst dbb europathemen erscheint seit 2006 mit zehn Ausgaben im Jahr.

Die letzten zwei Ausgaben:

dbb europathemen Dezember 2016

Große Aufgaben
Das Jahr neigt sich seinem Ende zu. Viel Zeit für Ruhe und Einkehr bleibt jedoch nicht. Denn nach dem 4. Dezember kann die EU nur bedingt aufatmen. Österreich wird keinen Rechtspopulisten an der Staatsspitze haben. Italien bietet aber Anlass zur Sorge, weil auf der Apenninenhalbinsel nach dem gescheiterten Referendum über die Senatsreform und dem Rücktritt des Regierungschefs politische Instabilität droht. Es bleibt also dabei, Brüssel und auch Berlin, wo Angela Merkel gerade erklärt hat, im Herbst nächsten Jahres erneut als Kanzlerkandidatin anzutreten, stehen weiter vor großen Aufgaben.

dbb europathemen November 2016

Auf sich allein gestellt
Der ehemalige US-Botschafter John Kornblum brachte es am Tag nach der amerikanischen Präsidentenwahl auf den Punkt. Dieses Datum markiere das Ende der Nachkriegswelt, der amerikanische Schutzschirm über Europa sei weg. Das Thema Sicherheit wird sich in der Europäischen Union, die ihrerseits von Populisten heimgesucht und von Nationalisten in Frage gestellt wird, ganz neu stellen. Denn weniger Amerika bedeutet ein Machtvakuum auf der eurasischen Halbinsel. Die Europäer haben es (noch) in der Hand, dieses Vakuum selbst zu schließen, ehe es andere für sie tun. Noch besteht mit der EU in Europa eine funktionierende Ordnung. Sie wird sich aber wandeln müssen, wenn Europa den Rückzug der USA aus diesem Teil der Welt kompensieren und seine Freiheit bewahren will. Gewiss wird dieses Europa auch seine vielen Schwächen überwinden müssen. Die EU ist fehlerhaft und unvollkommen und doch das Beste, was es an Ordnung je zwischen Lissabon und Tallinn gab.