Mit seinen dbb europathemen informiert der dbb beamtenbund und tarifunion regelmäßig über wichtige Entwicklungen auf europäischer Ebene. Damit werden die verbandspolitischen Interessen des dbb und seiner Mitgliedsgewerkschaften in Europa dargestellt. Zudem wird über die Arbeiten der europäischen Dachorganisation, der Europäischen Union der Unabhängigen Gewerkschaften (CESI) berichtet. Der Informationsdienst dbb europathemen erscheint seit 2006 mit zehn Ausgaben im Jahr.

Die letzten zwei Ausgaben:

dbb europathemen April 2017

Anfang oder Ende?
Ist  dies  das  Ende  vom  Anfang  oder  der  Anfang vom  Ende, fragt Ozzy Osbourne zu Beginn des vorläufig finalen Albums „13“ der englischen Rockband Black Sabbath. Viele in Brüssel fragen sich das dieser Tage auch. Und dass weder der Tag des  Brexit-Referendums  noch  der  Tag,  an  dem  der  Scheidungsbrief aus London in Brüssel einging, auf einem Freitag, den  13.  lagen,  deutet  an,  wie  wenig  das  Unheil  sich  um Aberglauben  schert.  Auch  der  Euro  ist  noch  nicht  über  den  
Berg. „Reform oder Ende“, fragt ein junger Makroökonom, der  damit  in  unserem  „Brennpunkt“  eben  jenen  auf  ein Thema lenkt, das manchen angesichts der vielfältigen sonstigen  Herausforderungen  und  Krisen  aus  dem  Blickfeld  geraten ist. Aber ist wirklich alles finster? Wer Hoffnung schöpfen  will,  sollte  eine  der  proeuropäischen  Demonstrationen  besuchen,  die  in  dieser  schicksalhaften  Zeit  allerorten  in Deutschland und vielerorts auch außerhalb unseres Landes stattfinden  oder  die  dbb  europathemen  lesen.  Denn  gute Nachrichten aus Europa gibt es auch hier, zumindest im Ausblick dieser Ausgabe.

dbb europathemen März 2017

Mehr oder weniger Europa?
Die Europäische Kommission hat ein Weißbuch veröffentlicht, in dem sie fünf mögliche Zukunftsszenarien für die Europäische Union entwirft. Diese reichen von einem Rückbau der Gemeinschaft auf Binnenmarkt und Zollunion bis hin zur Schaffung einer Politischen Union mit gemeinsamer Fiskal- und Sozialpolitik. Das Papier ist dünn, die Darstellung oberflächlich, skizzenhaft, allzu sehr auf die politischen Themen konzentriert, die aktuell die Agenda bestimmen: Migration, Außengrenzen, Verteidigung. Die Kommission, so scheint es, ist es leid, ausgefeilte Entwürfe vorzulegen, die dann umgehend in den Hauptstädten zerpflückt werden. Sie hat den Ball dorthin gespielt, wo seit vielen Jahren die Musik spielt, in den Europäischen Rat. Die Mitgliedstaaten konstituieren – mit ihren Bevölkerungen – die Union. Sie sind ihre Stakeholder. Sie stehen in der Verantwortung, müssen sich entscheiden, ob sie weitermachen wie bisher oder ob sie mehr oder weniger Europa wollen.