Mit seinen dbb europathemen informiert der dbb beamtenbund und tarifunion regelmäßig über wichtige Entwicklungen auf europäischer Ebene. Damit werden die verbandspolitischen Interessen des dbb und seiner Mitgliedsgewerkschaften in Europa dargestellt. Zudem wird über die Arbeiten der europäischen Dachorganisation, der Europäischen Union der Unabhängigen Gewerkschaften (CESI) berichtet. Der Informationsdienst dbb europathemen erscheint seit 2006 mit zehn Ausgaben im Jahr.

Die letzten zwei Ausgaben:

dbb europathemen September 2016

Viel zu viel und viel zu wenig
Die Europäer stehen hilflos vor dem Scherbenhaufen, den die Krisenkaskaden angerichtet  haben - oder besser, sie selbst, indem sie nicht angemessen auf Entwicklungen reagierten,  nicht vorausschauend agierten, das kleine Karo statt des großen Wurfs wählten. Der Brexit ist vor allem das Versagen der politischen Klasse Großbritanniens. Zumindest teilweise ist er aber auch das Ergebnis mangelnder Kohärenz europäischer Politik auf dem Festland, eine Folge nationaler Alleingänge und europapolitischer Fehleinschätzungen. Die Flüchtlingskrise hat noch einmal offengelegt, wie schwach der Zusammenhalt der Europäer geworden ist in einer Union, die von auseinanderdriftenden Wirtschaftsräumen gesellschaftlich gespalten wird. Der Sondergipfel von Bratislava hat in gewohnter Weise den kleinsten Nenner gesucht und
in der geteilten Unsicherheit in einer Welt des Terrors und des Krieges wohl auch gefunden. Fortan wollen die Europäer sich also „flexibel  solidarisch“ zeigen und der Sicherheit Priorität einräumen. Dass die Mitglieder der Eurozone sich vor eine neue soziale Frage gestellt sehen, vor deren politischer Sprengkraft auch sichere Außengrenzen nicht schützen können, wird ausgeblendet.

dbb europathemen Juli/August 2016

Sorgenfreier Sommer
Endlich Sommer, endlich Urlaub, einfach mal abschalten. Das Loslassen mag in der Sommerpause grundsätzlich immer empfehlenswert sein. Menschen, die mit europäischer Politik befasst sind, wird das jedoch im Krisenjahr 2016 schwerfallen. Denn die EU ist in existentieller Gefahr. Es sind nicht nur das Brexit-Votum, von dem heute niemand weiß, ob ihm auch tatsächlich ein britischer EU-Austritt folgen wird, und die vielen unabgestimmten Reformvorstellungen.
Es sind nicht nur die Russlandkrise, das „Säbelrasseln“ zwischen Moskau und der NATO, und die immer offensichtlichere Notwendigkeit größeren sicherheitspolitischen Engagements der Europäer. Es ist vor allem ein Bankenstresstest, der die Währungsunion erschüttern könnte, sollten europäische Geldhäuser  vor einer eigentlich verbotenen Rettung durch den Steuerzahler stehen oder aber abgewickelt werden müssen.