Mit seinen dbb europathemen informiert der dbb beamtenbund und tarifunion regelmäßig über wichtige Entwicklungen auf europäischer Ebene. Damit werden die verbandspolitischen Interessen des dbb und seiner Mitgliedsgewerkschaften in Europa dargestellt. Zudem wird über die Arbeiten der europäischen Dachorganisation, der Europäischen Union der Unabhängigen Gewerkschaften (CESI) berichtet. Der Informationsdienst dbb europathemen erscheint seit 2006 mit zehn Ausgaben im Jahr.

Die letzten zwei Ausgaben:

dbb europathemen Juli/August 2017

Nach vorne denken
Ein großer Europäer ist tot. Helmut Kohl war eben nicht nur ein deutscher Staatsmann, der die Chance zur Einheit in einem welthistorischen Moment erkannte und zu nutzen wusste. Er war weit mehr als das, nämlich einer der bedeutendsten Architekten des heutigen politischen Zusammenschlusses, den die Europäische Union bildet. Kohl dachte dabei nicht in kurzen Zeiträumen, nicht in Wahlperioden. Und wenn er immer auch europäisch dachte, tat er das gerade weil er dabei das Wohl und Weh seines Heimatlandes stets vor Augen hatte. Er hat nach vorne gedacht. Europa ist ein Projekt, das eben dies einfordert. Die Bereitschaft nach vorne zu denken, die Zukunft politisch zu gestalten, ohne dabei die Demut vor ihrer Offenheit zu verlieren, das zeichnet den Staatsmann aus. In der Zukunft öffnet sich ein weiter Horizont, und soweit man auch darauf zugeht, ans Ende des Horizonts gelangt man nicht. Ein Ende ist eben nicht immer absehbar, sondern eine allzu oft eingebildete Selbstbegrenzung. Wer zu neuen Horizonten aufbricht, braucht Mut und wohl auch ein wenig Fantasie und die Hoffnung, dass die Erde keine Scheibe ist.

dbb europathemen Juni 2017

Anzeichen einer Wende
Beruhigende Wahlausgänge, anziehendes Wirtschaftswachstum, steigende Beschäftigung. Aus Europa kommen dieser Tage erfreuliche Nachrichten. Das ist ungewohnt, aber willkommen nach so vielen düsteren Prognosen und Katastrophenmeldungen, über die jedoch zumeist übersehen wurde, dass die Institutionen auch in schwierigen Zeiten ihren Job machten und nicht selten einen guten. Dass die Roaminggebühren nun in der EU der Vergangenheit angehören, mag selbstverständlich erscheinen, eine Petitesse zudem angesichts vielfältiger sonstiger Herausforderungen. Die ist es aber ebensowenig wie die Reisefreiheit, der stabile Euro oder die hohen Standards für die Sauberkeit von Badegewässern. Die EU leistet vieles, was verlorenginge, wenn es sie nicht gäbe. Aber das schützt auch Brüssel vor Irrtümern nicht. Immerhin hat die Union, sieht man sehr großzügig vom Brexit ab, die durch Banken und Spekulation, Überschuldung und mangelhafte Außen- und Sicherheitspolitik ausgelösten Krisenschocks bis heute überlebt. Und die Anzeichen einer Wende zum Besseren sind da.