14.03.2017 / komba gewerkschaft nrw

Altersarmut: Ein Thema für den öffentlichen Dienst

Sinkendes Rentenniveau, geringeres Einkommen, Lücken in der Erwerbsbiografie sind einige Faktoren, die Altersarmut befördern – auch im öffentlichen Dienst. Darüber diskutierte die Seniorenvertretung der komba gewerkschaft nrw auf ihrer Jahrestagung am 14. März in Düsseldorf.

Podiumsdiskussion (v.l.n.r.): Marion Warden, Sandra van Heemskerk, Klaus Dieter Schulze, Sylvia Pantel und Friedel Frechen. (Foto: © komba gewerkschaft nrw)
Podiumsdiskussion (v.l.n.r.): Marion Warden, Sandra van Heemskerk, Klaus Dieter Schulze, Sylvia Pantel und Friedel Frechen. (Foto: © komba gewerkschaft nrw)

Heute sind bereits mehr als 15 Prozent der Menschen ab 65 Jahren armutsgefährdet. Was bedeutet alt sein in unserer Gesellschaft? Sylvia Pantel (MdB, CDU), Marion Warden (MdL, SPD), Sandra van Heemskerk (stellvertretende Vorsitzende der komba gewerkschaft nrw) und Klaus-Dieter Schulze (Vorsitzender der komba nrw Seniorenvertretung) sprachen darüber mit Moderator Friedel Frechen. Warum Altersarmut im öffentlichen Dienst ein Thema ist, erklärte Klaus-Dieter Schulze so: „Es gibt auch im öffentlichen Dienst Berufsgruppen, die wenig verdienen und nicht vorsorgen können. Für sie ist es im Rentenalter sehr schwierig über die Runden zu kommen und sie leiden unter Altersarmut. Deshalb müssen wir diese Thematik aufgreifen und angehen.“

Was potenzielle Lösungsansätze betrifft, sagte Sandra van Heemskerk: „Für viele beginnt mit dem Renteneintritt ein sorgenvoller Lebensabschnitt. Mögliche Maßnahmen, dies zu verhindern, liegen in der Stärkung der betrieblichen Vorsorge und im Anheben der Gehälter. Diese müssen zum Leben und gleichzeitig für die Vorsorge im Alter ausreichen.“ Dass ein Lösungsansatz in Veränderungen der sozialen Sicherungssysteme liegen könnte, hält Sylvia Pantel für denkbar und verwies auf stetige Diskussionen zu diesem Bereich. Marion Warden sprach sich unter anderem dafür aus, dass die Rente über dem Grundsicherungsniveau liegen muss. 

Michael Opoczynski (Foto: © komba gewerkschaft nrw)
Michael Opoczynski (Foto: © komba gewerkschaft nrw)

Michael Opoczynski (Autor und ehemaliger WISO-Redaktionsleiter) stimmte zuvor in das Tagesthema Altersarmut ein. Er las aus seinem aktuellen Buch `Aussortiert und abkassiert´. Darin berichtet er anhand anschaulicher Beispiele kurzweilig über verschiedene Facetten von Diskriminierung im Alter. Statt den Ruhestand zu genießen, sieht Opoczynski sich noch nicht „reif für den Senioren-Teller“. Er warnt in seinen Büchern vor der zunehmenden Missachtung gegenüber Älteren und fordert einen größeren Respekt. 

Stadtdirektor Burkhard Hintzsche begrüßte die Gäste zu Beginn in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Auch Anusch Melkonyan (stellvertretende Landesvorsitzende) und Ralf Eisenhöfer (Ehrenvorsitzender) nahmen an der Veranstaltung teil.