24.05.2017 / komba gewerkschaft nrw

Näher betrachtet: Altersarmut

Klaus-Dieter Schulze (Foto: © komba gewerkschaft nrw)
Klaus-Dieter Schulze (Foto: © komba gewerkschaft nrw)

Arm sein im Alter.

Fakten: 
Unsere Gesellschaft wird älter. Sinkendes Rentenniveau, geringes Einkommen, Lücken in der Erwerbsbiografie sind einige Faktoren, die Altersarmut befördern. 2005 waren noch 10,7 Prozent der Menschen ab 65 Jahre armutsgefährdet. Heute sind es bereits mehr als 15 Prozent. 

  • Stichwort Angst vor Altersarmut

Klaus-Dieter Schulze sagt: Die Angst vor Altersarmut ist berechtigt. Geringes Einkommen schränkt die Menschen in ihrer Selbstbestimmung gravierend ein und wirkt sich entscheidend auf die finanzielle Situation im Alter aus. Für eine Vorsorge reicht das Geld häufig nicht. Ist es doch so schon im Alltag kaum genug, um über die Runden zu kommen. Im Jahr 2030 gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Rente, dann soll das Rentenniveau noch abgesenkt werden.  

  • Stichwort Gegenstrategien

Klaus-Dieter Schulze sagt: Grundvoraussetzung ist eine leistungsgerechte Bezahlung für Männer und Frauen gleichermaßen. Darüber hinaus muss die Altersversorgung umgestaltet werden. Es ist offensichtlich, dass die Lebenserwartung steigt. Gleichzeitig erfolgt der Einstieg ins Berufsleben immer später; damit verschiebt sich die Aufnahme einer versicherungspflichtigen Tätigkeit. Das 65. Lebensjahr als Renteneintrittsalter wurde beispielsweise bereits 1916 festgeschrieben. Damals erreichten viele Menschen den Renteneintritt jedoch nicht.

Jetzt heißt es, die Altersversorgung, zum Beispiel durch Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze, zu reformieren. Weitere Möglichkeiten sind: Versicherungsfremde Leistungen statt aus dem Rententopf aus Steuermitteln zu finanzieren. Ein anderes Instrument ist die Flexi-Rente. Wer länger arbeiten möchte und es gesundheitlich kann, sollte dies tun dürfen. Zudem müssen die Beschäftigten in die Lage versetzt werden, privat vorzusorgen. Dies gewährleisten nicht zuletzt vernünftige Tariferhöhungen und es sollte gegebenenfalls über Sockelbeiträge nachgedacht werden. 


Näher betrachtet, ist Altersarmut ein Thema, dass zahlreiche Menschen treffen kann. Umso wichtiger ist es, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. 

Die Rubrik „Näher betrachtet …“ erscheint in der Mitgliederzeitung kombainform. Mit der Rubrik geht kombainform aktuellen Themen nach, fühlt politischen Aussagen und Behauptungen auf den Zahn und beleuchtet durch die komba nrw-Brille, was dran ist. Klaus-Dieter Schulze, Vorsitzender der Seniorenvertretung, hat sich die Altersarmut näher angeschaut.